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Praxis

vCard

vCard ist das Standardformat für den Austausch von Kontaktdaten (.vcf-Dateien). Version 4.0 definiert RFC 6350; 2.1 und 3.0 sind weiter verbreitet.

Eine vCard ist eine "elektronische Visitenkarte" in Klartext: ein Block, der mit BEGIN:VCARD beginnt und mit END:VCARD endet, gefüllt mit typisierten Properties wie FN (formatierter Name), TEL, EMAIL, ADR, BDAY, PHOTO und NOTE. Eine .vcf-Datei kann einen einzelnen Kontakt oder ein ganzes Adressbuch enthalten – darum ist vCard die Lingua franca der Kontaktmigration: Jedes Handy-Betriebssystem, jeder Mail-Client und jedes CRM kann irgendeinen Dialekt davon erzeugen oder lesen.

Die Geschichte des Formats erklärt seine Eigenheiten. Das Versit-Konsortium veröffentlichte vCard 2.1 im Jahr 1996; die IETF standardisierte 3.0 in RFC 2426 (1998) und 4.0 in RFC 6350 (2011), das die älteren RFCs ablöste. Jede Generation änderte Kodierungsregeln und Syntax: 2.1 nutzt QUOTED-PRINTABLE und Zeichensätze pro Property, 3.0 führte das Pflichtfeld FN und eine sauberere TYPE-Parameter-Syntax ein, und 4.0 schreibt durchgehend UTF-8 vor, faltet Zeilen bei 75 Oktetten und ergänzt Properties wie KIND, GENDER, ANNIVERSARY und MEMBER für Gruppen.

Fünfzehn Jahre nach Erscheinen von 4.0 ist 3.0 weiterhin die De-facto-Austauschversion – sie ist das, was iOS, Google und die meisten Exporter tatsächlich schreiben. Wer Kontaktsoftware baut oder auswählt, liest am Ende vCards in allen drei Dialekten, ob er will oder nicht.

2.1, 3.0, 4.0 – was sich konkret unterscheidet

Die Kodierung ist der tiefste Unterschied: 2.1 erlaubt Zeichensätze pro Zeile und QUOTED-PRINTABLE-Escaping (aus einem Umlaut wird =C3=BC), 3.0 hängt meist am Zeichensatz des Transports, 4.0 ist ausschließlich UTF-8. Struktur: 3.0 machte FN zur Pflicht; 4.0 stufte N auf optional herab und stellte TEL auf URI-Werte um (tel:+49...). Neue 4.0-Semantik umfasst KIND (Person, Organisation, Gruppe), ANNIVERSARY, GENDER, die MEMBER-Property für Gruppenkarten sowie PID/CLIENTPIDMAP für das Zusammenführen aus mehreren Quellen – Maschinerie für Sync, an der ältere Parser genau deshalb scheitern. Auch Fotos änderten sich: 2.1/3.0 betten Base64-Blöcke direkt ein, 4.0 bevorzugt data:- oder https:-URIs.

Warum .vcf-Dateien zwischen Apps kaputtgehen

Das meiste Interop-Leid hat vier Wurzeln. Versionskonflikt: Ein Exporter schreibt 4.0-Features in eine Datei, die ein reiner 3.0-Importer nur halb versteht – Properties verschwinden lautlos. Proprietäre X-Properties: Apples X-ABLabel-Gruppierungen oder herstellerspezifische Social-Felder gehen bei jedem Plattformwechsel verloren. Mehrkontakt-Dateien: Manche Importer lesen nur die erste Karte einer zusammengesetzten .vcf – das sieht aus wie ein erfolgreicher Import von genau einem Kontakt. Und fehlende stabile UIDs: Exporter, die jedes Mal eine frische UID vergeben, garantieren Dubletten beim erneuten Import. Die robuste Migrationsstrategie: als vCard 3.0 exportieren (der breiteste Dialekt), nach dem Import die Kontaktzahl prüfen und stichprobenartig einen Datensatz mit Umlaut, Foto und mehreren Nummern kontrollieren.

vCard als Ausgang aus jedem Kontakt-Silo

Die eigentliche Bedeutung des Formats ist politisch: Solange jede Plattform eine .vcf ausgeben kann, sind deine Kontakte nie wirklich eingesperrt. Google Contacts, iCloud, Outlook und praktisch jedes CRM bieten vCard-Export – das macht das Format zur universellen Notausgangstür beim Verlassen eines Dienstes. Endearist stützt sich genau auf diese Eigenschaft: Es importiert .vcf-Dateien (neben CSV), damit du ein über ein Jahrzehnt und mehrere Plattformen gewachsenes Adressbuch in ein Local-First-Zuhause mitnehmen kannst, und der Dublettenabgleich läuft direkt beim Import, sodass sich überlappende Exporte aus mehreren Quellen zusammenfinden statt zu vervielfachen. Die eigenen Beziehungsdaten zu besitzen beginnt damit, dass sie in einem Format liegen, das überallhin mitkommt.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen vCard 3.0 und 4.0?
vCard 4.0 (RFC 6350, 2011) schreibt UTF-8 vor, macht N optional bei weiterhin verpflichtendem FN, bevorzugt URI-Werte für Telefonnummern und Fotos und ergänzt Properties wie KIND, GENDER, ANNIVERSARY und MEMBER sowie PID-basiertes Merging für Sync. vCard 3.0 (RFC 2426, 1998) kennt diese Properties nicht, wird aber von praktisch allem verstanden. In der Praxis bleibt 3.0 die sicherere Exportwahl; 4.0 ist das bessere interne Modell.
Wie öffne ich eine .vcf-Datei?
Fast jede Kontakte-App kann das: Auf iOS und Android öffnet ein Tipp auf die Datei den Importdialog; auf macOS übernimmt Kontakte sie direkt; unter Windows importieren Outlook oder die Personen-App; Google Contacts hat eine Importfunktion im Webinterface. Weil eine .vcf reiner Text ist, kannst du sie zudem in jedem Texteditor öffnen und vor dem Import prüfen, was drinsteht – nützlich für die Versionszeile und die Kontaktzahl.
Kann eine .vcf-Datei mehrere Kontakte enthalten?
Ja – das Format reiht schlicht BEGIN:VCARD…END:VCARD-Blöcke aneinander, eine einzige Datei kann also dein komplettes Adressbuch tragen; genau so funktionieren Gesamtexporte aus Google oder iCloud. Der Haken: Manche Importer verarbeiten nur den ersten Block und melden trotzdem Erfolg. Vergleiche deshalb nach jeder Migration die Kontaktzahl vorher und nachher. Sperrt sich ein Importer, ist das Aufteilen der Datei pro Karte ein verlässlicher Ausweg.

Zuletzt aktualisiert: 2026-06-10

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