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LinkedIn-Kontakte exportieren: der offizielle Weg zur CSV — und was wirklich drinsteht

Der offizielle LinkedIn-Datenexport Schritt für Schritt: wo die Funktion liegt, was die Connections.csv enthält, warum E-Mails fehlen — und was danach kommt.

Von Endearist Team 7 Min. Lesezeit

LinkedIn hat einen kostenlosen, eingebauten Export deines Netzwerks ersten Grades, und der ganze Vorgang dauert etwa zehn Minuten. Kein Premium-Abo, keine Browser-Erweiterung, kein Dritt-Tool. Der Haken liegt im Ergebnis: Die Datei ist deutlich schmaler, als die meisten erwarten — und diese Schmalheit ist Absicht.

Wo der Export liegt (und warum der Pfad wandert)

LinkedIn baut seine Einstellungen alle paar Jahre um; jede Anleitung mit pixelgenauen Screenshots altert deshalb schlecht. Stabil ist die Struktur darunter: Der Export gehört zum Bereich Datenschutz, weil er rechtlich gesehen eine Datenschutz-Funktion ist — er setzt unter anderem dein Auskunftsrecht aus Art. 15 DSGVO und das Recht auf Datenübertragbarkeit aus Art. 20 um. Sollten die Beschriftungen bis zu deinem Besuch weitergewandert sein: „Daten“ in die Einstellungs-Suche tippen, und die Export-Seite erscheint sofort.

Stand Mitte 2026 sieht der Weg so aus:

  1. Einstellungen & Datenschutz öffnen

    Klick auf der Desktop-Seite oben rechts auf dein Profilbild und wähle Einstellungen & Datenschutz. Der Desktop-Weg ist der zuverlässige — die App kennt denselben Bereich, aber die Datei willst du ohnehin an einem Rechner mit Tabellenkalkulation haben.

  2. Datenschutz → Datenkopie anfordern

    Öffne links den Menüpunkt Datenschutz. Unter „Wie LinkedIn deine Daten verwendet“ liegt die Funktion für die Datenkopie — im englischen Interface heißt sie „Get a copy of your data“. Das ist der offizielle, kontoeigene Export.

  3. Nur „Kontakte“ auswählen

    Wähle die Option „Etwas Bestimmtes?“ und setze den Haken bei Kontakte. Das Komplettarchiv (Nachrichten, Profil, Aktivitäten) kannst du auch anfordern, aber es dauert länger und ist für diesen Zweck Overkill. Die reine Kontakte-Datei ist klein und schnell fertig.

  4. Archiv anfordern und Passwort bestätigen

    Klick auf Archiv anfordern und bestätige dein Passwort. LinkedIn stellt den Auftrag in die Warteschlange und nennt bis zu 24 Stunden — beim reinen Kontakte-Export sind zehn Minuten der realistischere Wert.

  5. Connections.csv aus der Mail herunterladen

    Der Download-Link kommt an die E-Mail-Adresse deines Kontos; derselbe Download erscheint auch auf der Export-Seite selbst. Im ZIP steckt die Connections.csv — sie öffnet sich in Excel, Google Sheets, Numbers oder jedem anderen Programm, das CSV liest.

Das ist der ganze Vorgang. Niemand wird benachrichtigt, auf deinem Profil passiert nichts, und du kannst ihn beliebig oft wiederholen.

Was in der CSV steht — und was nicht

Beim Öffnen findest du eine Handvoll Spalten: Vorname, Nachname, E-Mail-Adresse, Firma, Position und „Connected On“ — das Datum der Vernetzung. Je nach Export-Version kommt eine Profil-URL dazu. Bei 1.500 Kontakten ist das eine Tabelle mit 1.500 Zeilen, die du sortieren, filtern und für immer behalten kannst.

Jetzt der Teil, den viele Anleitungen überspielen: Die E-Mail-Spalte bleibt fast komplett leer, und das ist keine Fehlfunktion. Jedes LinkedIn-Mitglied steuert selbst, ob die eigenen Kontakte die hinterlegte Mail-Adresse sehen oder herunterladen dürfen — und die Download-Erlaubnis ist bei der überwältigenden Mehrheit aus, oft schlicht, weil kaum jemand diese Einstellung je besucht. Eine leere Zelle bedeutet also: Diese Person hat dem Export nie zugestimmt. Ehrlich gelesen ist die Spalte eine Liste von Entscheidungen, und die Lücken sind auch eine Antwort. Aus DSGVO-Sicht ist das genau richtig herum — dein Exportrecht erstreckt sich auf deine Daten, nicht pauschal auf die Kontaktdaten Dritter.

Dieselbe Logik erklärt den Rest der Lücken. Keine Telefonnummern. Keine Notizen, keine Tags, keine Nachrichtenverläufe. Nichts über Kontakte zweiten Grades. LinkedIn bleibt da konsequent: Der Export enthält, mit wem du wann verbunden bist — nicht die Profildaten anderer in Masse. Ärgerlich, wenn du ein fertiges Adressbuch erhofft hast; nachvollziehbar, sobald du dir deine eigene Zeile im Export von jemand anderem vorstellst.

Wenn du mehr willst als die Kontaktliste, bietet dieselbe Export-Seite das Komplettarchiv an: Nachrichten, Einladungen, Profilhistorie, Beiträge und mehr. Einmal anzufordern lohnt sich — gerade die Nachrichtenverläufe sind nützliches Rohmaterial, wenn du rekonstruieren willst, wo eine Beziehung stehen geblieben ist. Es kommt allerdings als wuchernder Ordner voller einzelner CSV-Dateien statt als eine saubere Tabelle, und die Generierung kann tatsächlich die vollen 24 Stunden dauern. Für die wiederkehrende Routine bleibt der reine Kontakte-Export das richtige Werkzeug.

Eine Eigenschaft solltest du noch verinnerlichen: Die CSV ist ein Schnappschuss, kein Feed. Positionen und Firmen stimmen am Export-Tag und veralten danach im Tempo der Jobwechsel deines Netzwerks. Der unspektakuläre, verlässliche Fix: den Export alle paar Monate wiederholen.

Greif nicht zum Scraper

Genau die Schmalheit des offiziellen Exports ist das Geschäftsmodell der Scraper-Erweiterungen. „Vollständige Profile“, „verifizierte E-Mails“, „Auto-Sync“ — geliefert wird das, indem die Extension deine eingeloggte Browser-Sitzung fernsteuert und Profilseiten kopiert. Und das ist exakt das, was die Nutzungsbedingungen in klaren Worten verbieten.

Gescrapte „Anreicherung“ hat noch ein zweites Problem, über das seltener gesprochen wird als über das Sperr-Risiko: Die Daten handeln von anderen Menschen. Ein Tool, das E-Mail-Adressen, Telefonnummern und Joblisten einsammelt, deren Weitergabe deine Kontakte nie erlaubt haben, spielt nicht nur mit deinem Konto — es baut dir eine Datenbank voller Drittdaten, erhoben gegen die Regeln, die alle unterschrieben haben. Und während deine privaten Notizen unter die Haushaltsausnahme der DSGVO fallen, wird massenhaft gescraptes Material auch rechtlich schnell unbequem. Selbst wo das eher grau als schwarz ist: ein seltsames Fundament für Software, deren ganzer Zweck der gute Umgang mit Beziehungen ist.

Die regelkonformen Alternativen sind unglamourös, aber risikofrei. Der offizielle Export liefert Namen, Arbeitgeber und die Zeitachse der Beziehung. Dein eigenes Postfach liefert alle, die dir je geschrieben haben — Adressen, die dir direkt gegeben wurden. Das Kontaktinfo-Feld im Profil zeigt, was die Person mit dir geteilt hat, und das von Hand in deine Notizen zu übernehmen ist gewöhnliches Mitschreiben, kein Scraping. Und für die Menschen, die wirklich zählen, gibt es die radikale Option: fragen. Ein kurzes „Ich sortiere gerade meine Kontakte — was ist die beste Mail für dich?“ kostet eine Nachricht und bringt erstaunlich oft eingeschlafene Gespräche wieder in Gang.

Der Export ist eine Liste. Dein Gedächtnis macht ein Netzwerk daraus.

Was in keinem Export steht — weder im offiziellen noch im gescrapten: wie ihr euch kennengelernt habt, worüber ihr zuletzt gesprochen habt, woran die Person gerade arbeitet, ob du eine Antwort schuldest. Dieser Kontext existiert an genau einer Stelle, und die bist du.

Dort sitzt auch der eigentliche Wert. Levin, Walter & Murnighan (2011) haben Führungskräfte untersucht, die gezielt ruhende Kontakte reaktivierten — Menschen, mit denen sie jahrelang nicht gesprochen hatten. Ergebnis: Der Rat dieser Kontakte war neuartiger und genauso vertrauenswürdig wie der aus dem aktiven Umfeld. Deine Connections.csv besteht statistisch überwiegend aus ruhenden Kontakten. Welche fünfzig der fünfzehnhundert das Aufwecken lohnen, verrät dir die Datei nicht — zehn Minuten Triage mit deinem Gedächtnis schon.

Die Mechanik ist simpel. Nach „Connected On“ sortieren, die Liste einmal überfliegen, die Menschen markieren, von denen du ehrlich gern einen Anruf annehmen würdest. Für jede dieser Personen ergänzt du zwei Felder, die der CSV fehlen: Wie habt ihr euch kennengelernt, und was war das letzte Thema. Was dabei entsteht, ist Zero-Party-Data — Kontext, den du freiwillig über deine eigenen Beziehungen festhältst, auf deiner Seite des Zauns statt auf einer Plattform, die ihre Regeln ändern kann. Ob das in einer Tabelle passiert oder in einem eigenen Tool, ist zweitrangig; wichtig ist, dass es in der ersten Woche nach dem Export passiert, solange die Erinnerungen noch abrufbar sind. Wir haben Endearist um genau diesen Ablauf herum gebaut — eine Schritt-für-Schritt-Anleitung steht auf der Seite Personal CRM für LinkedIn —, aber die Triage funktioniert in Google Sheets genauso.

Falls du unsicher bist, ob du dafür überhaupt Software brauchst: Der ehrliche Schwellen-Test steht im Artikel Personal CRM vs. Kontakte-App — unter rund fünfzig aktiv gepflegten Beziehungen reicht eine gut geführte Tabelle wirklich aus.

Dein Auskunftsrecht macht den Weg dauerhaft

Ein letzter Punkt, der jede Menü-Umbenennung überlebt: Der Export ist keine Kulanz. Die DSGVO gibt dir das Recht, eine Kopie deiner personenbezogenen Daten in einem gängigen, maschinenlesbaren Format zu erhalten — Art. 15 für die Auskunft, Art. 20 für die Übertragbarkeit. Die Datenkopie-Seite ist LinkedIns Umsetzung dieses Rechts, und genau deshalb wird die Funktion kaum verschwinden, egal wie oft sie umbenannt wird.

Behandle den Export also als Routine-Wartung, nicht als einmalige Rettungsaktion. Zweimal im Jahr: anfordern, herunterladen, abgleichen — und zehn Minuten lang die einzige Frage stellen, auf die es ankommt: Wen auf dieser Liste will ich nicht verlieren? Die CSV beantwortet sie nicht. Aber sie sorgt zuverlässig dafür, dass du sie stellst.

FAQ

Wo finde ich den Kontakte-Export in den LinkedIn-Einstellungen?

Klick auf dein Profilbild, öffne **Einstellungen & Datenschutz** und dort den Bereich **Datenschutz**. Darin liegt der Punkt für die **Datenkopie** (im englischen Interface: „Get a copy of your data“). Wähle „Etwas Bestimmtes?“, setze den Haken bei **Kontakte** und fordere das Archiv an. LinkedIn benennt Menüpunkte regelmäßig um — wenn der Pfad anders aussieht, tipp „Daten“ in die Einstellungs-Suche, dann erscheint die Export-Seite sofort.

Warum fehlen im LinkedIn-Export fast alle E-Mail-Adressen?

Weil jedes Mitglied selbst entscheidet, ob Kontakte die eigene E-Mail-Adresse **herunterladen** dürfen — und diese Erlaubnis ist bei den allermeisten ausgeschaltet, oft ohne dass sie je über die Einstellung nachgedacht haben. Die leere Spalte ist also kein Fehler, sondern eine durchgesetzte Entscheidung deiner Kontakte. _Kein Tool kann die Lücke legitim füllen_ — wer es verspricht, scrapt oder kauft Daten aus anderen Quellen zu.

Bekommen meine Kontakte mit, dass ich die Liste exportiere?

Nein. Der Datenexport ist eine private Funktion deines Kontos: niemand wird benachrichtigt, nichts erscheint im Feed oder auf deinem Profil. Die Anfrage taucht nur in deinen eigenen Einstellungen auf, der Download-Link kommt an deine hinterlegte E-Mail-Adresse. Anders als ein Profilbesuch hinterlässt der Export auch keine „hat dein Profil angesehen“-Spur.

Wie lange dauert der Export der Kontakte?

Der reine **Kontakte-Export** liegt erfahrungsgemäß oft nach rund zehn Minuten im Postfach; offiziell nennt LinkedIn bis zu **24 Stunden**, und das Komplettarchiv (Nachrichten, Profil, Aktivitäten) kann diese Zeit tatsächlich brauchen. Sobald die Datei fertig ist, kommt eine Mail mit Download-Link — derselbe Download erscheint auch auf der Export-Seite in den Einstellungen.

Geht der Export auch in der LinkedIn-App?

Im Prinzip ja — der Bereich **Einstellungen & Datenschutz** existiert auch in der App. Zuverlässiger ist der Weg über den Desktop-Browser, und das Ergebnis ist ohnehin eine CSV-Datei, die du am besten an einem richtigen Bildschirm weiterverarbeitest. Praktikabel: am Desktop anfordern, den Link aus der Mail öffnen, die Datei in einer Tabellenkalkulation ansehen.

Verstößt der Export gegen die Nutzungsbedingungen von LinkedIn?

Nein, im Gegenteil. Der Export ist eine **offizielle LinkedIn-Funktion**, dokumentiert im Hilfebereich und für kostenlose Konten verfügbar. Er überschneidet sich außerdem mit deinem **Auskunftsrecht aus Art. 15 DSGVO** und dem Recht auf Datenübertragbarkeit aus Art. 20. Verboten ist das Gegenteil: automatisiertes Absaugen per Bot, Scraper oder Browser-Erweiterung, die beim Surfen Profildaten kopiert.

Kann LinkedIn mein Konto wegen einer Scraper-Extension sperren?

Ja, und das passiert regelmäßig. Die Nutzungsbedingungen verbieten **Crawling, Scraping und Dritt-Automatisierung** ausdrücklich, und LinkedIn erkennt bekannte Erweiterungen und untypische Abrufmuster aktiv. Die Sanktion beginnt meist mit einer vorübergehenden Einschränkung und endet bei Wiederholung mit dem dauerhaften Verlust des Kontos — oft inklusive eines Jahrzehnts beruflicher Historie. Dagegen wirkt jeder „angereicherte“ Datensatz billig.

Welche Spalten enthält die Connections.csv?

**Vorname, Nachname, E-Mail-Adresse** (bei den meisten Zeilen leer), **Firma, Position** und **„Connected On“** — das Datum der Vernetzung. Je nach Export-Version kommt die Profil-URL dazu. Was nie drinsteht: Telefonnummern, Notizen, Tags, Nachrichtenverläufe oder irgendetwas über Kontakte zweiten Grades. Der Export umfasst nur **Verbindungen ersten Grades** — genau das, was LinkedIn als _deine_ Daten betrachtet.

Wie komme ich legitim an die Kontaktdaten meiner Verbindungen?

Drei saubere Wege. Erstens das **Kontaktinfo-Feld** im Profil: Was dort sichtbar ist, wurde mit dir geteilt — von Hand notieren ist normales Mitschreiben, kein Scraping. Zweitens dein eigenes **E-Mail-Postfach**: Wer dir je geschrieben hat, hat dir die Adresse direkt gegeben. Drittens fragen — „Ich sortiere gerade meine Kontakte, was ist die beste Mail für dich?“ ist eine normale Nachricht und nebenbei ein guter Gesprächsöffner.

Wie oft sollte ich den Export wiederholen?

Alle **drei bis sechs Monate** reicht für die meisten. Jobtitel und Firmen veralten genau in dem Tempo, in dem dein Netzwerk die Stelle wechselt — und die CSV ist ein Schnappschuss, kein Feed. Wenn du den Pfad einmal kennst, kostet die Wiederholung zwei Minuten. Gleicht dein Import-Tool Dubletten über Name oder Profil-URL ab, aktualisiert ein neuer Export bestehende Personen, statt Kopien anzulegen.

Kann ich die CSV in eine Tabelle oder ein Personal CRM importieren?

Ja — dafür ist das Format da. Die **Connections.csv** öffnet sich ohne Umwandlung in Excel, Google Sheets oder Numbers, und die meisten Personal CRMs importieren CSV mit Spalten-Zuordnung. Der eigentliche Hebel kommt nach dem Import: nach „Connected On“ sortieren, die Menschen markieren, die du wirklich anrufen würdest, den Rest archivieren. In 1.500 Zeilen stecken meist **50–150 Beziehungen**, die Pflege verdienen.

Stehen entfernte Kontakte oder gelöschte Konten noch im Export?

Nein. Die CSV zeigt dein **aktuelles Netzwerk ersten Grades** zum Zeitpunkt der Anfrage: aufgelöste Verbindungen, deaktivierte Konten und Menschen, die dich entfernt haben, fehlen. Das ist ein zusätzliches Argument dafür, Beziehungskontext an einem Ort zu halten, den du kontrollierst — verschwindet jemand von LinkedIn, verschwindet dort auch die gemeinsame Historie. Deine eigenen Notizen bleiben.